TeachFOCUS-Ratgeber · KI im Unterricht · 2 Min. Lesezeit
Gute KI-Aufträge für Lehrkräfte formulieren
Ein guter KI-Auftrag ist kein möglichst langer Text. Er nennt die wenigen Entscheidungen, die das Ergebnis wirklich verändern: Ziel, Lerngruppe, Zeit, gewünschtes Produkt und klare Grenzen.
Kurz gesagt
- Konkrete Angaben sind wichtiger als Fachbegriffe über KI.
- Ziel und sichtbares Ergebnis gehören in jeden Auftrag.
- Nach der ersten Fassung besser gezielt überarbeiten als vollständig neu beginnen.
Fünf Angaben reichen oft
Ein tragfähiger Auftrag beantwortet diese Fragen:
- Was sollen die Schüler:innen am Ende können?
- Für welches Fach, welchen Jahrgang und welche Zeit wird geplant?
- Welches Vorwissen und welche Lernunterschiede sind relevant?
- Welches konkrete Ergebnis soll entstehen?
- Was muss erhalten bleiben oder darf nicht vorkommen?
Schwacher und guter Auftrag im Vergleich
Zu offen: „Mach eine spannende Stunde zu Prozentrechnung.“ Die KI muss Ziel, Niveau, Zeit und Ergebnis erraten. Das Ergebnis kann brauchbar wirken und trotzdem am Unterricht vorbeigehen.
Konkreter: „Plane für Mathematik, Klasse 7, 45 Minuten eine Stunde zu Prozentwerten. Die Klasse kennt Grundwert und Prozentsatz. Ziel: Die Schüler:innen berechnen den Prozentwert in Alltagssituationen. Nutze meinen Einstieg mit einem Rabattetikett, plane eine kurze Partnerphase und sichere mit einer Beispielrechnung. Basisniveau mit Rechenschema.“
Grenzen ausdrücklich nennen
Nennen Sie Vorgaben, die nicht verhandelbar sind: vorhandenes Material, eine bestimmte Methode, eine maximale Textlänge oder Begriffe, die bereits eingeführt wurden. Auch „keine neuen Fachbegriffe“ oder „keine Hausaufgabe“ sind hilfreiche Grenzen.
Verwenden Sie für Schüler:innen nur Pseudonyme und planungsrelevante Angaben. Klarnamen, vollständige Diagnosen und persönliche Dokumente gehören nicht in einen KI-Auftrag.
Gezielt nachschärfen
Statt „noch einmal besser“ benennen Sie die Stelle und das gewünschte Kriterium: „Arbeitsauftrag auf zwei Sätze kürzen“, „Text fachlich gleich lassen, aber Satzbau vereinfachen“ oder „eine Alternative ohne Partnerarbeit erstellen“. Das macht Änderungen nachvollziehbar.
Häufige Fragen
Muss ich das Wort Prompt kennen?
Nein. Ein normal formulierter Auftrag mit Ziel, Rahmen und gewünschtem Ergebnis genügt.
Sind lange Aufträge automatisch besser?
Nein. Wichtiger sind eindeutige, widerspruchsfreie Angaben. Zu viele Nebenvorgaben können das Ergebnis sogar unübersichtlicher machen.
Aus dem Grundsatz wird Unterricht
TeachFOCUS fragt die wichtigsten Angaben geordnet ab und verbindet sie mit Ihrer Lerngruppe.
KI-Auftrag vorbereiten